„Ohne Beton und Zement in eine neue Ära“

Die aktuelle Ausgabe der Stuttgarter Zeitung berichtet über das in Stuttgart-Feuerbach geplante Pilotprojekt TRIQ. Der Artikel geht dabei ausführlich auf das ganzheitlich nachhaltige Konzept des Bauprojekts ein sowie auf die bürokratischen Hürden, die einer Realisierung aktuell noch im Wege stehen.

Ziel des TRIQ-Konzepts ist es, Nachhaltigkeit ganzheitlich in den Alltag zu integrieren und somit ein Erreichen der Klimaziele im Bausektor zu forcieren. Alle Baustoffe werden vor Verwendung auf ihre Kreislauffähigkeit und CO2-Bilanz überprüft. Das Projekt verzichtet so vollständig auf Zement oder Beton. Geplant ist auch ein möglichst nachhaltiger Rückbau des aktuellen Bestandsgebäude, sodass vorhandene Baustoffe wiederverwertet werden können.

Um das Projekt umzusetzen, benötigt die TRIQ GmbH die volle Unterstützung der Behörde. Aktuell gibt es allerdings noch Probleme mit dem Stuttgarter Baurechtsamt. Laut der Leiterin des Baurechtsamtes, Kirsten Rickes, handle es sich bei der Baugenehmigung um ein „mehrere Jahre dauernder Prozess“. Auch bei einem ganzheitlich nachhaltigen Wohnprojekt könne hier keine Ausnahme gemacht werden. „Ein zukunftsweisendes und klimafreundliches Projekt scheint am Bebauungsplan zu scheitern“, schreibt Torsten Ströbele in seinem Artikel.

Trotz Hürden arbeitet TRIQ an der Realisierung des Projekts weiter. Max Wörner, der geschäftsführende Gesellschafter der TRIQ GmbH, betont, dass mit den bestehenden baurechtlichen Vorgaben ein klimaneutrales Stuttgart bis 2050 unmöglich sei.

Er hofft auf Sonderregelungen für Pilotprojekte, um die Klimaziele auch in der Baubranche zeitnah zu erreichen: „Im weiteren Verlauf wünschen wir uns mehr Offenheit und Flexibilität. Wir schlagen daher einen Runden Tisch mit allen Beteiligten aus Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Bauwirtschaft vor. Hier können Probleme erörtert und Lösungen gemeinsam gefunden werden.“